Theater Drachengasse  Bar&Co
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Der Anti-Storch
Ein theatrales Essay über Aberglaube, Appetit und gute Absichten
Uraufführung
Jury- und Publikumspreis des Nachwuchswettbewerbs 2018
Eine Koproduktion mit Theater Drachengasse

Bar&Co
13. – 16., 20. – 23., 26. und 27. Februar 2019 um 20 Uhr

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Foto: Barbara Pálffy

 
Foto: Barbara Pálffy  





















Der Waldrapp ist ein grottenhässlicher Vogel. Um Gottes Willen, so hässlich! Wo ein Waldrapp auf dem Dach sitzt, brennt sicher bald das Haus. Wo er auf dem Feld nach Würmern sucht, wächst kein Halm mehr. Wo er ins Fenster guckt, stirbt das erstgeborene Kind – macht so eine Rhetorik es leichter, ihn auszurotten? Können wir auf Hässlichkeit verzichten? Ist die Frage nach der Moral (auch) eine ästhetische? Und was, wenn man hässlich ist, aber wahnsinnig lecker? Was sagen die letzten übriggebliebenen Exemplare selbst dazu? Passt der Vogel noch in eine Welt, die fast vierhundert Jahre ohne ihn funktioniert und sich verändert hat? Wieso sollte ausgerechnet der Waldrapp das Wappentier für eine bessere Zukunft sein? Ganz einfach: weil wir heute schlauer sind als gestern. Und morgen schlauer als heute. Und gestern dümmer als nächste Woche.

Dorn ° Bering begeben sich auf die Suche nach der Ästhetik unserer guten Vorsätze und können jetzt schon sagen: es sieht nicht gut aus.

Performancekollektiv Dorn ° Bering
Konzept, Text, Regie, Spiel: Gesa Bering, Stephan Dorn
Dramaturgie: Florian Ronc
Ausstattung: Kathi Sendfeld


TRAILER

Das Projekt wird gefördert durch die Kulturabteilung des Magistrats der Stadt Wien.

 


  Foto: Barbara Pálffy
  Foto: Barbara Pálffy

 

 

Der Anti-Storch
Performancekollektiv Dorn ° Bering
Jury- und Publikumspreis des Nachwuchswettbewerbs 2018

 

Jury-Begründung

Die Inszenierung „Der Anti-Storch“ von Dorn°Bering hat uns sowohl stilistisch als auch inhaltlich überzeugt. Das Kollektiv hat eine besondere Form gefunden, die sehr gekonnt zwischen performativen Elementen und theatralen Setzungen changiert. Der Text ist witzig formuliert und wird von den beiden Akteuren sehr präzise gesetzt.

Man kann den „Anti-Storch“ als eine Art Anti-Fabel bezeichnen. Vordergründig geht es um die Geschichte des Waldrapps, einer ausgestorbenen Vogelart. In diesem Zusammenhang werden aber auch unangenehme Fragen aufgeworfen, die weit über das Artensterben hinausgehen. Der hässliche Waldrapp wird zum Wappentier für eine Gesellschaft, in der Image und äußerliche Werte alles sind, einer Welt, in der die Underdogs selbst schuld an ihrem Untergang sind.

Gesa Bering und Stephan Dorn stellen solche Fragen, ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben. Nie wird dem Publikum der Spiegel vorgehalten. Dennoch lässt die Performance keinen Zweifel daran aufkommen, dass unsere Welt einen Vogel hat. Die Jury ist neugierig darauf, wie eine abendfüllende Version der Inszenierung aussehen könnte. Werden dabei womöglich auch andere Vögel ins Spiel kommen? Wir möchten es wissen. Deshalb vergeben wir den Preis an Dorn°Bering.

Esther Holland-Merten, Wolfgang Kralicek, Veronika Steinböck

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