Theater Drachengasse  Bar&Co
AKTUELLE PRODUKTIONEN


4 GOSSIP OPERAS
EIN MUSIKTHEATER NACH VIER MELDUNGEN DER INTERNATIONALEN KLATSCH- UND TRATSCHPRESSE
von ALEXANDER KUKELKA

Theater Drachengasse
11. Jänner - 13. Februar 2010, Di-Sa um 20 Uhr

 

Foto: Andreas Friess

 
Foto: Andreas Friess  
URAUFFÜHRUNG
AUFTRAGSWERK
THEATER DRACHENGASSE



Bombenterror im Urlauberparadies! Mutter isst Leiche ihres Babys! Lady Gaga ist ein Mann!

flüstert der Chor der Schweinegrippe-Hysteriker. Und beschwört gleich darauf 1. den allgemeinen Verfall der sittlichen Moral durch ungezügelte Lust, 2. die Kunst als wahren Motor für Reichtum, Ruhm und Prominenz, zerstört so ganz nebenbei 3. eine stille Liebe durch giftigen Tratsch und zeigt 4., dass auch aus einem vom Schicksal getretenen Kannibalen ein Mensch wie du und ich werden kann.



VIER MELDUNGEN DER INTERNATIONALEN TRATSCH- UND KLATSCHPRESSE


1. JE T’AIME
Wilde Orgie mit drei Kaufhauspuppen

Türkei.
– Je t´aime: Ein Türke hat sich über Nacht in ein Kaufhaus in Istanbul einschließen lassen, wartete, bis alle Angestellten weg waren und vergnügte sich danach eine Nacht lang mit drei unbekleideten Schaufensterpuppen. Nach seinem Liebesabenteuer schlief der Mann erschöpft in der Auslage ein; erst am nächsten Morgen, als Mitarbeiter des Kaufhauses das Geschäft aufschlossen, wurde er unsanft geweckt. Herbeigerufene Polizisten nahmen ihn und die Puppen in Gewahrsam, auf Zweiteren stellten sie Biss- und Spermaspuren fest. Der nun anstehende Prozess dürfte einmalig in der türkischen Rechtsgeschichte sein.


2. SHERIDAN
Mal-Talent durch Herztransplantation?

New York.
– 61 Jahre lang war William Sheridan künstlerisch völlig uninteressiert – dann bekam der schwer herzkranke New Yorker das Herz eines verunglückten 24-Jährigen verpflanzt. Nach der Transplantation wollte er plötzlich malen und bewies dabei erstaunliches Talent. Nachforschungen ergeben, dass "sein" Organspender ein großes Zeichentalent und auch Maler war …


3. TALAQ
Ehepaar irrtümlich im Schlaf geschieden

Neu-Delhi.
– Ein moslemisches Ehepaar aus Indien wurde im Schlaf geschieden! Die Frau erzählte Freunden, ihr Mann habe im Schlaf dreimal "Talaq" (Scheidung) gemurmelt. Als dies islamischen Geistlichen zu Ohren kam, erklärten sie die Scheidung für rechtskräftig. Das Paar hat drei Kinder und will zusammenbleiben. Vorher muss die Frau aber einen anderen Mann heiraten und sich von ihm scheiden lassen ...


4. GUTEN MORGEN, HERR A.
“Kannibale”: Er will Josef F. fressen

Zur Belegschaft von Göllersdorf gehört auch ein psychisch schwer gestörter Mörder.
Ein 19-Jähriger hat vor zwei Jahren als “Kannibale von Wien” schaurige Schlagzeilen gemacht: Der geisteskranke Mann erschlug in einem Männerheim seinen Mitbewohner und öffnete den Leichnam. Der nicht zurechnungsfähige Täter landete in der Justizanstalt Göllersdorf. Und das britische Massenblatt The Sun meldete am Wochenende 4,5 Millionen fassungslosen Lesern: “Der Kannibale hat angekündigt: Wenn F. hier ankommt, fresse ich ihn auf.”




Wir danken für die freundliche Unterstützung:
Klavierhaus A. Förstl
Staud´s Wien, Hans Staud




DAUER: 1:30


  Foto: Andreas Friess
  Foto: Andreas Friess
Komposition/Buch/Regie:     Alexander Kukelka
Bühne/Kostüm:     Maria Theresia Bartl
Es spielen und singen:     Dieter Kschwendt-Michel, Eva Maria Neubauer, Christoph Sommersguter
Es musizieren:     Wolfgang Kornberger, Alexander Kukelka, Peter Uhler
Dramaturgie:     Kathrin Kukelka-Lebisch

 

 

„4 Gossip Operas“ von und mit Alexander Kukelka im Theater Drachengasse: TRATSCH & KLATSCH Das Theater in der Drachengasse, bekannt für seine mutigen Uraufführunge, macht zurzeit der benachbarten Wiener Kammeroper Konkurrenz. Mit viel Ambition und Professionalität zeigt man vier sogenannte Gossip Operas, kurze Opernszenen, die auf Meldungen der internationalen Tratsch- und Klatschpresse basieren. Drei junge, hochprofessionelle Opernsänger und Schauspieler bilden am Anfang und in den Zwischenakten den Chor der Schweinegrippen-Hysteriker, blättern in Gratisblättern und folgen dann vier Sensationsmeldungen, die sie szenisch darstellen: Geschichten, die von einem jungen Türken handeln, der in der Nacht ins Schaufenster eines Warenhauses einsteigt und eine „Orgie“ mit drei Schaufensterpuppen feiert. Er wird von Polizisten entdeckt, kommt vor Gericht und wird von einem Staatsanwalt angeklagt, der eigentlich in bizarren Phantasien lebt. Eine andere Geschichte handelt von einem Mann, dem das Herz eines großen Künstlers transplantiert wird: Er erschafft plötzlich großartige Kunstwerke, was aber rasende Eifersucht des transplatierenden Arztes hervorruft. Von einem indischen Ehepaar handelt wieder eine andere Story: Das Paar wird irrtümlich im Schlaf geschieden, weil der Gatte im Traum dreimal das Wort „Talaq – Scheidung“ gemurmelt hat. Der Mufti ist gleich zur Stelle, die glücklichen Eheleute werden gegen ihren Willen geschieden. Schließlich ermordet ein Geisteskranker seinen Zimmergenossen in der Justizanstalt, um dessen Gehirn aufzuessen … Abstruse Schauergeschichten, für die der 47-jährige niederösterreichische Komponist Alexander Kukelka ebenso effektvolle wie originelle Miniszenen schrieb und mit in freier Tonalität gehaltener Musik versah: sangbare Melodien, die seine Begabung für Genreszenen in bestimmten Milieus verraten, z. B. asiatische Folklore in den Szenen des indischen Ehepaars. Alexander Kukelka hat selbst die Szenen hervorragend einstudiert - als Regisseur und Dirigent! Vom Klavier aus führt er auch die Sänger und seine Mitmusiker Wolfgang Kornberger (Klarinette, Saxophon) und Peter Uhler (Violine). Eva Maria Neubauer, Dieter Kschwedt-Michel und Christoph Sommersguter überzeugen als junge Sängerdarsteller, die jedem Opernhaus Ehre machen würden. Das Panorama der Absurditäten dauert 90 Minuten, das Publikum, das die Groteskszenen begeistert und mit viel Gelächter aufnahm, sparte nicht mit Anerkennung über so viel jugendliche Opernprofessionalität, die man in der Drachengasse kaum erwartet hätte. Kronenzeitung, 13.01.2010

Zeitungsklatsch als Musiktheater: "4 Gossip Operas" uraufgeführt Alexander Kukelka vertonte im Auftrag des Wiener Theaters Drachengasse Meldungen der internationalen Boulevardpresse und inszenierte sie selbst. "Es sind die Kriminellen! Die Zuwanderer! Die kriminellen Zuwanderer!", sind sich die drei Herrschaften nach Lektüre ihrer Gratis-Zeitungen einig. "Krise!", intonieren sie mit schreckensweiten Augen, "Hochinfektiöse Krise!" Die Drei sind keine morgendlichen U-Bahn-Fahrer, sondern der "Chor der Schweinegrippe-Hysteriker", den der Komponist Alexander Kukelka als Prolog - und für weitere Intermezzi - seiner vier Kurz-Opern geschrieben hat, die gestern, Montag, Abend im Wiener Theater Drachengasse uraufgeführt wurden. Vorlage der vergnüglichen "Gossip Operas" waren vier Meldungen der internationalen Klatsch- und Tratschpresse. Die angebliche wilde Orgie eines Türken mit Schaufensterpuppen in einem Istanbuler Kaufhaus; das plötzliche Mal-Talent, das ein New Yorker offenbar gemeinsam mit seinem neuen Herzen eingepflanzt bekam; die rechtskräftige Scheidung eines muslimischen Ehepaars in Indien aufgrund von im Schlaf gesprochenen Worten; die Ankündigung eines geistesgestörten Gefängnisinsassen, Josef F. bei seiner Einlieferung mit Haut und Haar verspeisen zu wollen - es sind grellbunte Geschichten, die der 1963 in Niederösterreich geborene und in Wien lebende Musiker als "opernhaftes Zerrbild der menschlichen Natur" verwendet hat. So blutrünstig und trashig die Kurzmeldungen sind, so dezent und umsichtig ging Tausendsassa Kukelka ans Werk: Die von ihm selbst am Klavier an der Seite von Saxofonist und Klarinettist Wolfgang Kornberger sowie Geiger Peter Uhler gespielten Kompositionen sind melodiöse, viel Atmosphäre atmende, keineswegs schrille Musiktheater-Stücke, die sich musikalisch fast zu wenig auf den grotesken Inhalt einlassen. Auch seine Inszenierung auf der von Maria Theresia Bartl gestalteten Mini-Raumbühne vor einem lachsfarbenen Bühnenvorhang ist abwechslungsreich und unterhaltend, doch ohne Widerhaken. Das Sänger-Trio (Sopranistin Eva Maria Neubauer, Bariton Dieter Kschwendt-Michel und Tenor Christoph Sommersguter) schlägt sich in den ständig wechselnden Rollen ganz hervorragend, und so sind die im Auftrag der Drachengasse entstandenen und umgesetzten "4 Gossip Operas" als feine, eineinhalbstündige musikalische Unterhaltung nicht nur Besuchern, sondern auch anderen Theaterleitern ganz vorbehaltlos zu empfehlen. Die nächste Inszenierung darf sich dann auch ruhig mehr an den Sujets der Yellow Press orientieren: Skandal! Horror! Blut! Schweiß! Und Tränen! APA

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