TÖCHTER UND SÖHNE

RESUMEE „TÖCHTER UND SÖHNE“ NACHWUCHSWETTBEWERB 2011 DER WETTBEWERB: Ausgehend von Kafkas berühmtem Brief an den Vater steht der Generationskonflikt im thematischen Mittelpunkt dieses Wettbewerbs. Das Spannungsverhältnis zwischen den Erwartungen der Elterngeneration einerseits und dem Bedürfnis nach Abgrenzung und Selbstdefinition der Generation der „Kinder“ andererseits sollte untersucht werden. Wir haben 48 Projektvorschläge erhalten, 31 aus Österreich, 12 aus Deutschland, 5 aus anderen Ländern. Das Durchschnittsalter lag bei 25 Jahren. Drei Gruppen erhalten wie jedes Jahr die Gelegenheit, drei Wochen im Theater Drachengasse zu proben und anschließend ihre Arbeit in einer Spielserie von 16 Tagen zu präsentieren. Danach wird der Gewinner/die Gewinnerin des Wettbewerbs über Publikumsabstimmung bzw. Juryentscheid ermittelt. Die Fachjury besteht heuer aus Laurence Chimel (Compagnie à Bulles Paris), Henning Fülle (Transkultur Berlin) und Thomas Frank (brut Wien). ZUSAMMENFASSUNG: Auffallend war vor allem die starke Professionalisierung der Einreichungen. Die Entscheidung für nur drei Projekte ist uns besonders schwer gefallen. Thematisch gab es einige Überraschungen. Nur etwa ein Viertel der Projekte bezog sich direkt auf Kafkas „Brief an den Vater“, die meisten Einreichungen nahmen das Ausgangsmaterial als Inspiration für eine Auseinandersetzung mit dem Thema aus heutiger Sicht. Dabei war vor allem auffallend, dass nicht der übermächtige Vater im Zentrum der Auseinandersetzung stand, sondern das Nichtvorhandensein des Vaters bzw. der elterlichen Autorität. Die Kinder der 68er schlagen sich mit Orientierungslosigkeit und Ratlosigkeit herum. Anders als bei Kafka ist das Hauptproblem nicht die Abgrenzung zur Eltern-generation, sondern die – zum teil wütende – Forderung nach Positionierung und Klarheit.

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