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DIE TODESANGST DER ZWIEBELN
von Joshua Sobol
Theater Drachengasse
15. Jänner - 17. Februar 2007, Di-Sa um 20 Uhr 1. Februar nach der Vorstellung PUBLIKUMSGESPRÄCH
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Foto: Andreas Friess
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URAUFFÜHRUNG AUFTRAGSWERK/EIGENPRODUKTION THEATER DRACHENGASSE
Es ist der Geruch der Todesangst, der uns mehr als alles andere mit neuem Leben erfüllt.
Fünf Business-Menschen sind zu einer geheimnisvollen Konferenz geladen. Keiner weiß, wer der andere ist. Keiner weiß, wozu sie eingeladen wurden. Keiner weiß, warum gerade er. Nach und nach enthüllen sich ihre Rollen - vom Wissenschafter bis zur Verkaufsleiterin - und ihre Aufgabe: Eine Entscheidung muss getroffen werden über ein Produkt, das ewiges Leben verspricht. Allerdings wurde es noch nicht am Menschen getestet und macht im derzeitigen Stadium Frösche steril oder lässt sie bisweilen wie lebende Bomben explodieren. Dennoch beschäftigen sich die fünf wie auf Knopfdruck mit Namensfindung und Preisfestsetzung. Mit Augen kalt wie Silbermünzen kalkulieren sie Risken und Marktanteile. Es ist ihr Job, Entscheidungen zu treffen. Schließlich wollen die Shareholder Profite sehen, bevor ein Konkurrenzprodukt auf dem Markt auftaucht.
Wie aber gehen sie mit der Entscheidung um, die Unsterblichkeits-Substanz am eigenen Leib zu testen? Ist das Grauen vor der eigenen Vergänglichkeit groß genug? Sie die Sehnsucht nach dem ewigen Leben? Oder siegt die Angst, zum Monster zu werden?
Wir laden Sie herzlich zu einem Gespräch mit Regie, Dramaturgie und SchauspielerInnen ein. Wie entsteht ein Stück? Vom ersten Keim der Idee bis zur fertigen Vorstellung. 1. Februar 2007, im Anschluss an die Vorstellung, also ca. 21.30 Uhr
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Foto: Andreas Friess
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Regie:
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Günther Treptow
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Ausstattung:
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Jasenko Ĉonka
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Deutsch von:
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Ingrid Rencher
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Rechte bei:
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Litag Theaterverlag Bremen
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Es spielen:
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Anselm Lipgens Giuseppe Rizzo Michael Smulik Margarethe Tiesel Alexandra Maria Timmel
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JOSHUA SOBOL
WARUM ZWIEBELN? VON JOSHUA SOBOL
Der hohe Preis des Machbaren
Fünf Menschen in Führungspositionen sind zu einer Konferenz geladen. Nach anfänglicher Ratlosigkeit stellt sich heraus, dass es darum geht zu entscheiden, ob ein eher fragwürdiges Elixier zur Verlängerung des Lebens auf den Markt kommen soll. Möglicherweise kann es sogar unsterblich machen, mit verheerenden Nebenwirkungen allerdings. Die Zeit drängt, eine Konkurrenzfirma könnte überholen. Und schließlich ist es machbar. Doch, wie hoch ist der Preis für das Machbare? Joshua Sobols „Die Todesangst der Zwiebeln“ kam jetzt im Theater Drachengasse zur Uraufführung. Es macht – unterstützt durch die hervorragende Regie von Günther Treptow und exzellente Ausstattung von Jasenko Conka – deutlich, dass die bedingungslose Realisation all dessen, was machbar ist, letztlich in den Wahnsinn führt. Ein brillantes Schauspielerquintett (Alexandra M. Timmel, Margarethe Tiesel, Anselm Lipgens, Giuseppe Rizzo, Michael Smulik) führt das mit atemberaubender Präsenz vor. WIENER ZEITUNG, 17.01.2007
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Der israelische Autor Joshua Sobol errang mit seinem Stück "Ghetto" Weltruhm. Österreich hat er sich immer schon besonders verbunden gefühlt, hat faszinierend in "Weinigers Nacht" das Schicksal dieses unglücklichen Philosophen gestaltet, hat für Paulus Manker in "Alma" die köstliche Alma Mahler-Werfel zum Leben erweckt, was als Erfolgsproduktion weit über Wien hinaus gesehen wurde.
Das Theater Drachengasse kann nun schon die zweite Sobol-Uraufführung anbieten: "Die Todesangst der Zwiebeln" ist vielleicht kein Meisterwerk, aber im Gegensatz zu des Autors bisher meist "historischen" Schwerpunkten ein Stück für heute und morgen: Es geht um die Gentechnologie - vor allem aber darum, wie wir damit umgehen. (...)
Es sind in Günther Treptows Regie eineinhalb höchst stringente Stunden in der Drachengasse. Es wird hervorragend gespielt, an der Spitze von Alexandra Timmel als Frau, die wie eine Rechenmaschine wirkt und gnadenlos jeden menschlichen Aspekt aus ihren Kalkulationen heraushält. Anselm Lipgens ist der Wissenschaftler, der anfangs noch ein Gewissen hat, es dann aber zum eigenen Schaden verkauft. Michael Smulik spielt den Werbeexperten, persönlich unsicher, aber höchst firm, wenn es darum geht, Menschen mit getürkten Umfragen zu manipulieren und die richtigen, verkaufsträchtigen Titel für Produkte zu finden. Giuseppe Rizzo gibt den Anwalt, dessen einzige Aufgabe im Rechtsverdrehen im Sinn der Konzerne besteht. Und Margarethe Tiesel zeigt, dass man sich von ihrem rundlich-schlichten Äußeren nicht täuschen lassen soll, an Rücksichtslosigkeit nimmt es die Managerin mit allen auf.
Kurz, Joshua Sobol hat ein brennheißes Thema angegriffen, das uns wohl noch lange (in vielen Stücken, Filmen und Dokumentationen...) begleiten wird. Man geht mit einer Menge von Denkanstößen aus dem Theater - nichts Neues, gewiss, aber wichtig genug, um es immer wieder zu sagen. RENATE WAGNER, 16.01.2007
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Fünf Personen an abgeschlossenem Ort: Wissenschafter, Marketing-Gurus, Finanzhaie auf der Suche nach dem großen Geld, dem angeblichen Glück – der Unsterblichkeit. „Die Todesangst der Zwiebeln“ von Joshua Sobol erzählt die Geschichte eines magischen Lebenselixiers und dessen teuflischen Nebenwirkungen. (...) Joshua Sobol macht aus seinem „Zwiebel“-Stück eine Parabel über die Bedingungen des heutigen Marktes und die Befindlichkeiten der westlichen Welt. (...) Sobol gelingt es, das sperrige Thema mit gewohnt leichter Hand und einem sicheren Gefühl für geschärfte Dramatik zu servieren. Das alles wird bei der Uraufführung auf der kleinen Drachengassen-Bühne mit größtmöglicher Intensität und Hingabe gebracht, Regisseur Günther Treptow hat genau inszeniert und wirklich keine Fragen offengelassen. Klar liegen die Fakten auf dem Tisch, die Stimmung ist aufgeheizt, die Diskussionen ebenso; darstellerisch sind die Figuren (u. a. Anselm Lipgens, Alexandra Timmel, Giuseppe Rizzo) scharf gezeichnet. Ein spannender Abend! KRONENZEITUNG, 17.01.2007
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Wenn ein maßgeblicher Theaterautor wie Joshua Sobol die Zusammenarbeit mit einem Wiener Off-Theater pflegt, ist das eine gute Nachricht. Dem Theater in der Drachengasse hat er nun zum dritten Mal eine Uraufführung anvertraut: „Die Todesangst der Zwiebeln“ greift das Thema Gentechnologie auf. Ein hochentwickeltes Mittel soll Menschen unsterblich machen. Fünf Führungskräfte testen es an einem abgeschiedenen Ort und versuchen dafür Marketingstrategien zu entwickeln. Günther Treptow hat inszeniert. Dass der zuweilen sperrig wirkende Text in seinen parodistischen Momenten starke Beklemmung erzeugt, ist dem gut funktionierenden Ensemble zu verdanken. Vor allem Alexandra M. Timmel und Anselm Lipgens sind da zu nennen. Ein lohnender Theaterabend, der auch einem großen Haus gut anstünde. NEWS, 18.01.2007
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