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GENANNT GOSPODIN
von Philipp Löhle
Theater Drachengasse
18. Mai - 27. Juni 2009, Di-Sa um 20 Uhr
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Foto: Andreas Friess
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ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG EIGENPRODUKTION THEATER DRACHENGASSE
Ich mache da nicht mit. Ihr bringt mich nicht dazu, euch dankbar sein zu müssen. Ihr infiziert mich nicht. Weil ich stehe für mich selber. Ich bin ich. Ich bin alleine, lebe vom Tauschhandel und: Ich habe ein Dogma!
Greenpeace nimmt ihm sein Lama weg. Seine Freunde leihen sich Kühlschrank, Fernseher und Verstärker. Und seine Freundin Anette zieht samt Bett, Mikrowelle und Telefon aus. Er schläft im Heu seines Lamas und tauscht Bücher gegen Brot. Was Gospodin bleibt, ist sein Dogma, dass Geld zum Leben nicht nötig sein darf.
Als Gospodin aber unvermutet zu Geld kommt, erlebt er das kapitalistische System in so mancher neuen Facette. Anette gibt sich der erotischen Macht des Geldes hin und seine Freunde hören auf, ihn zu kritisieren. Denn ist er nicht jetzt genau dort, wo sie ihn haben wollten?
Dauer: 1:20
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Foto: Andreas Friess
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DIE WINKENDE FRAU MERKEL AM TITICACASEE
Wenn der Kapitalismus zur lustigen Lebenskrise führt
Geld, Geld, Geld – um nichts anderes geht es im Leben. Nicht aber für Gospodin, der beschließt, sich dem Kapitalismus zu verweigern. Dumm nur, dass ein Bekannter ausgerechnet diesem Träumer einige, nicht ganz legal erworbene Millionen zur Aufbewahrung anvertraut und dann prompt ums Leben kommt. Was tun? Wohin mit dem Geld? Wie wird man es wieder los? Das ist gar nicht so einfach. Mit „Genannt Gospodin“ hat der junge deutsche Autor Philipp Löhle eine brillante Satire über die „Segnungen“ des Kapitalismus geschrieben, die Regisseurin Katrin Schurich im Wiener Theater Drachengasse (bis 27. Juni) sicher in Szene gesetzt hat. Wenig Requisiten, ein karger Raum (Ausstattung: Stefanie Stuhldreier) – und Gospodins grotesker Schnitzeljagd steht nichts mehr im Wege. Toll, wie Christian Strasser diesen Utopisten zeichnet, wie Barbara Gassner und Christian Dolezal in mehrere Rollen schlüpfen. Eine schräge, amüsante Produktion. Kurier, 29.05.2009
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So komisch kann Kapitalismuskritik sein
Greenpeace ist schuld am momentanen Unglück des Marktwirtschaftverweigerers Gospodin. Die haben ihm nämlich sein Lama weggenommen, das schmerzt. Dass die Freundin mit Bett und Mikrowelle auszieht, ist da schon weniger schlimm. Philipp Löhles Stück „Genannt Gospodin“, derzeit in der Drachengasse, ist die pointierte Geschichte von einem, der geld- und bindungslos leben möchte und seine Freiheit schließlich doch in einem geschlossenen System findet. Unter der Regie von Katrin Schurich verschmelzen die lustvoll überzeichneten Figuren Kapitalismuskritik geschickt mit zeitgeistigem Humor. Christian Strasser bekämpft in der Titelrolle das Spießertum wie die sprichwörtlichen Windmühlen, Christian Dolezal ergeht sich in den Schnurren des schnorrenden Künstlers und Barbara Gassner belebt die Frauenrollen mit deutschen und österreichischen Akzenten. Der Falter, 03.06.2009
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Frei in Unfreiheit?
Gospodin (Christian Strasser) will niemandem dankbar sein, er will für sich selbst stehen und will es ohne Geld schaffen. Also arbeitet er nicht, sondern versucht es mit Tauschhandel. Doch erst als er im Gefängnis landet, fühlt er sich frei und glücklich: Er braucht nichts zu entscheiden, bekommt regelmäßig seine Mahlzeiten, kann Sport treiben, fernsehen, lesen. Und alles ohne Geld. „Genannt Gospodin“ von Philipp Löhle kam jetzt im Theater Drachengasse zur Aufführung. Es ist eine bittere Satire, welche die Unfähigkeit der Menschen zeigt, eine für alle befriedigende Gesellschaftsordnung zu errichten, und die unter der Regie von Katrin Schurich und mit Barbara Gassner und Christian Dolezal in wechselnden Rollen spannendes und unterhaltsames Theater zu bieten hat. Wiener Zeitung, 20.05.2009
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